Betriebsberatung und Revision

Betriebsberatung

Im Rahmen von Betriebsberatungen wird in den Betrieben bzw. in den von den Betrieben ermächtigten Steuerbüros über das Sozialkassenverfahren im Gerüstbauer-Handwerk informiert. Die Betriebsberater erläutern auf Wunsch

  • die tariflichen Bestimmungen für die Berechnung des Urlaubsanspruches der gewerblichen Arbeitnehmer (Urlaubstage, Urlaubsentgelt, zusätzliches Urlaubsgeld), des Lohnausgleichs, des Überbrückungsgeldes, die Erstattung der Ausbildungsvergütung, der Lohnfortzahlung bei Berufsfortbildung, des Ausgleichs für die auf die Arbeitgeber entfallenden Sozialaufwendungen und die Absicherung der Arbeitszeitkonten gegen Insolvenz,
  • die Höhe und Berechnung der Sozialkassen- und der Angestelltenbeiträge,
  • die Regeln für die Abwicklung des Sozialkassenverfahrens einschließlich der bestehenden Meldemöglichkeiten,
  • die Verfallfristen für Erstattungsansprüche gegenüber der Sozialkasse,
  • die Leistungen in der Berufsbildung,
  • die Förderungsvoraussetzungen für die Lehrgänge in der Berufsfortbildung,
  • die Zusatzversorgung (Wartezeiten, Beihilfen usw.).

Betriebsprüfung (Revision)

Nach § 23 VTV ist die Sozialkasse berechtigt, Betriebsprüfungen vorzunehmen. Dabei ist dem Beauftragten der Sozialkasse vor Ort Einsicht in die für die Durchführung des Sozialkassenverfahrens notwendigen Unterlagen zu gewähren und ihm Auskunft durch eine sachkundige Person zu erteilen. Sofern sich Unterlagen auf Datenträgern befinden, muss dem Prüfer ein geeignetes Lesegerät zur Verfügung gestellt werden. Ist dies nicht möglich, müssen die Unterlagen am Prüfungstag in Papierform vorliegen. Zu den notwendigen Unterlagen gehören:

  • Lohn- und Gehaltskonten
  • Einzellohnabrechnungen
  • Lohnjournale
  • Arbeitszeitkonten
  • Sachkonten der Buchhaltung
  • Kassenbuch
  • Auszahlungsbelege (Kassen-, Bank-, Postscheckbelege)
  • Abrechnungsunterlagen für Mehraufwands-Wintergeld (MWG), Zuschuss-Wintergeld (ZWG), Winterausfallgeld (WAG) und Kurzarbeitergeld
  • Meldungen an die Berufsgenossenschaften
  • Meldungen an die Krankenkassen
  • Anträge auf Erstattung von Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
  • Lohnsteuer-Anmeldung
  • Stundenaufzeichnungen (Stundenzettel, Wochenbericht o.ä.)
  • Gesellschaftsvertrag (nur bei Kapitalgesellschaften)

 

Das tarifliche Prüfrecht sowie die von dem Betrieb/Steuerbüro vorzulegenden Unterlagen wurde durch ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Frankfurt (Az.: 14 Sa 27/89) bestätigt.

Eine wichtige Aufgabe der Betriebsprüfung/Betriebsberatung ist es auch, Wissen zu vermitteln, um Fehler in Zukunft zu vermeiden. Auf Wunsch des Arbeitgebers/Steuerberaters wird nach Beendigung der Prüfung ein Abschlussgespräch geführt. Außerdem erhält der Arbeitgeber einen schriftlichen Prüfungsbericht.